Shutdown

ein Text von Oliver Braig

SHUTDOWN

oder

Gefährden Menschen Menschen an Blühstreifen?

 

 

Wenn man raus geht und nichts anderes tut, als draußen zu sein, dann bemerkt man, wie still es geworden ist. Oder, wie laut die Vögel nun zwitschern. Das bringt uns ganz schön durcheinander, was da im Moment passiert. Allgemeine Verunsicherung. Singen die Vögel nun lauter, als vor dem Shutdown, oder ist es einfach nur so, dass die Vögel deswegen lauter klingen, weil die Geräusche, die wir sonst mit unserem Alltagsgetöse erzeugen, wegfallen? Wie laut ein Vogel nun wirklich singt, können wir eigentlich nicht beurteilen. Wir nehmen ihn nämlich durch die Lärmwand des Alltags wahr. Durch unseren eigenen Lärm hindurch, hören wir die Vögel singen. Ein Teil des Vogelgesanges, den wir dann hören, ist eben nun mal, ob wir es wollen oder nicht, unser eigener Lärm. Wie laut nun wirklich ein Vogel singt, das können wir, als Menschen des Industriezeitalters, gar nicht beurteilen. Immerhin hören wir sie immer noch, durch unsere Lärmwand hindurch, singen. Vielleicht brüllen sie ja auch und für uns klingt es so, als würden sie singen. Menschen erzeugen aber einen enormen Lärm und dieser Lärm ist das Grundrauschen unserer Tage. Ist dieses Grundrauschen jenes Fundament, das uns spüren lässt, dass wir existieren? Das Grundrauschen, die Vibration des Seins? Oder ist es nur der Tinnitus in unserem Ohr. Sind wir etwa, wie betäubt von unserem eigenen Lärm? Wegen der Shutdown-Maßnahmen, ausgelöst durch das Corona-Virus, konnten wir davon etwas mitbekommen. Wenn wir es nur wollten, oder einfach nur zugelassen haben, dass wir uns dem momentanen Istzustand stellen.

Der zum Stillhalten verdammte Mensch!

Der zum Drinbleiben verdammte Mensch!

Der kaltgestellte Mensch!

Die Samen sind in die Erde eingebracht. Es wurde bereits gesät. Kaum einer hat`s bemerkt. Wir waren drin. Mussten drin bleiben. Auf den Feldern durfte aber gearbeitet werden. Landwirte arbeiten meist allein. Sie gefährden nur sich selbst und ihre Umwelt. Wenn der karge Niederschlag ausreicht, dann werden die Pflanzen wachsen und blühen. Und Insekten werden kommen. Einfach so. Denn sie leben dort. Zum Glück noch. Bienen werden den Nektar sammeln. Spinnen werden Netze spannen. Und manche, die morgens munter drauf los flattern, werden sich im Netz verfangen. Gefangen werden, eingewickelt und dann, ausgesaugt. Spinnenmahlzeit im Blühstreifen. Mahlzeit, wem‘s schmeckt. Und Du? Wirst auch Du kommen? Kommen, wenn wir Dich einladen, vorbeizukommen? Natürlich nur, wenn es die Umstände zulassen. Mit den nötigen Sicherheitsvorkehrungen. Unter freiem Himmel. Bei Wind und Wetter. Sauwetter, Kaiserwetter oder Regenwetter. Sonnenschein? Von mir aus auch bei bewölktem Himmel. Dann stehen wir da und schauen uns in die Augen. Mit Abstand. Mit Respektsabstand. Mit dem Abstand den Menschen inzwischen nun mal einhalten, um sich nicht zu gefährden. Dann schauen wir uns in die Augen. Sehr tief. Und wir sprechen durch unsere Masken hindurch, miteinander. Viel Unterschied werden wir wohl kaum bemerken. Denn sonst, ja sonst begegnen wir uns auch nur in unseren Alltagsmasken. Alltag, als Schutzmaske, vor den anderen. Nun, vielleicht reden wir ja Klartext, wenn wir uns in die Augen sehen und durch unsern Mundschutz miteinander reden, am Rand von solch einem Feld, auf dem nun Blumen blühen, also ganze Streifen davon. Kilometer lang.

 

Kann Stillstand Fortschritt sein? Ein Schritt fort vom Alltagsrasen?

Wir warten.

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